Tanja Dückers, eine der bekanntesten Schriftstellerinnen und Publizistinnen der jüngeren Generation, nimmt in dem Essay-Band engagiert Stellung zu den Themen unserer Zeit. Sie stellt „Visionen“ der Politiker zu Arbeitsmarktreformen und zum neuen flexiblen Menschen ebenso in Frage wie den gegenwärtigen deutschen Opferdiskurs. Intensiv hat sie die neuen EU-Mitgliedstaaten bereist und weiß über Sibiu/Hermannstadt, Bukarest, Warschau und Krakau traurigschöne und absurde Geschichten zu erzählen.

Ob Tanja Dückers analysiert, was Angela Merkels Lieblingsbild über sie verrät oder über junge idealistische Umweltschutz-Akteure schreibt, immer paart sich der Blick der engagierten Publizistin mit dem besonderen der Erzählerin.

Der Berliner Autor erzählt in seinem noch unveröffentlichtem Text 'Ein Leben ohne Phlox ist ein Irrtum’ mit großartigem und humorvollem Erzähltalent von einem Familien-Sommerurlaub im Oderbruch noch vor der Wendezeit und stellt wunderbar archaische und zugleich merkwürdig vertraute Charaktere vor: ...“Seit Wochen hatten wir den Tachometer beobachtet und dem Moment entgegengefiebert, wenn sich die vier letzten Ziffern gleichzeitig drehen würden. Jetzt sind wir einmal um die Erde, sagte mein Vater, als endlich die 40.000 zu lesen war.“

In Jochen Schmidts erstem Roman 'Müller haut uns raus' befindet sich der Ich-Erzähler in einer fatalen Situation: Er leidet an einer halbseitigen Gesichtslähnung, kann deshalb nur noch grinsen und muß ins Krankenhaus. Die Ursache für diese Erscheinung kann entweder Streß oder Entspannung sein, und ähnlich klar fällt auch die Selbstanalyse des Helden aus. Irgendetwas ist schiefgelaufen, und weil sein Körper nicht mehr weiterzuwollen scheint, lässt er die Jahre nach der Wende noch einmal Revue passieren. Mit entwaffnender Selbstironie, einer bestechenden Beobachtungsgabe, mit Schwung und voller Komik erzählt Jochen Schmidt in diesem Roman, wie schwer, im Grunde unmöglich, aber gerade deshalb unverzichtbar es ist, in Zeiten universeller Gleichgültigkeit gegen alle Widerstände sein Ziel zu verfolgen.

"Wir sind umgeben von Titten, Ärschen und Waschbrettbäuchen, und das ist nur die glitzernde Oberfläche der Fernseh- und Werbewelt", schreibt Ariadne von Schirach in ihrem provokanten Buch ‚DER TANZ UM DIE LUST’. Jugend und Schönheit sind die maßgeblichen Objekte der Begierde in einer Gesellschaft, in der fast alles, auch Sex, käuflich ist. Doch hinter der Fassade unserer Medienwelt verbergen sich oft sexuelle Frustration und Einsamkeit.

Wie ist in einer überästhetisierten Welt voll narzisstischer junger Kosmopoliten, denen eigentlich niemand schön genug sein dürfte, eine offene sexuelle Begegnung noch möglich? Haben uns die multiplen sexuellen Möglichkeiten wirklich befreit, und wie haben sich die klassischen Geschlechterrollen verändert? Wohin mit unserer Sehnsucht nach romantischer Liebe in einer pornographischen Gesellschaft?


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Das Buch ist beim Goldmann Verlag der Randomhouse Gruppe erschienen.

Kevin McAleer erzählt in seinem ersten Roman "Surferboy" mit feiner Ironie und Leichtigkeit eine Geschichte von Freundschaft, Erwachsenwerden und der Faszination des Surfens: Steve ist Mitglied im Stabhochsprungteam seiner High School als ihn ein 'Virus' befällt und nicht mehr freigibt: Das Wellenreiten. Er gibt die Leichtathletik auf und reitet die Wellen Tag für Tag. Der Leser erlebt mit Steve die ersten Meter auf dem eigenen Brett, die erste eigene Surf-Party und die erste Frau.

Die Lesung wurde moderiert von Bodo Mrozek (Autor und Journalist), bekannt durch das 'Lexikon der bedrohten Wörter', aus dem er in der vierten Literatur Station vorlas.

Der Roman ist im Seeliger Verlag erschienen.

Sandra Schwittau, bekannt als deutsche Synchron-Stimme von Bart Simpson las aus dem Buch und brachte uns Die Simpsons näher, denn sie sind mehr, als nur irgendeine Familie. An Marges Küchentisch und in den Straßen von Springfield treten die Grundfragen der Menschheit offen zu Tage. In elf brillanten und komischen Essays denken elf Philosophen über die Simpsons und die Philosophie nach und beweisen mit diesem Buch, welche Weisheit in den Simpsons steckt.

Zugleich führen die gesammelten Essays in Grundfragen der Philosophie ein: Wieso verkörpert Homer dennoch die aristotelischen Tugenden? Weshalb erfahren wir von Maggie den Wert des Schweigens? Warum ist Bart das Individuum, vor dem uns Nietzsche warnen wollte? Darüber hinaus lernen wir den Marxismus in Springfield kennen, analysieren die Undefinierbarkeit des Glücks bei Mr. Burns und sehen die Simpsons mit den Augen von Roland Barthes.

Im Anschluss an die Lesung sprach Sandra Schwittau über Die Simpsons und ihre Arbeit als Stimme von Bart. Moderiert wurde das Gespräch von Tom Kraushaar (Tropenverlag).

Die Herausgeber und Autoren sind Irwin, Conard und Skoble. Das Buch ist beim Tropen Verlag erschienen. Mehr dazu unter www.tropen-verlag.de.

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