Die Geschichten und Bilder zeigen eine ungewöhnliche Sicht auf das Alltagsleben in der DDR der 80er Jahre und sie sind alles andere ein ostalgischer Blick zurück. „Leo kann nicht einschlafen, obwohl er das Neue Deutschland von vorn bis hinten durchgelesen hat. Er öffnet eine Bierflasche und sagt seufzend, dass wir das Orwell-Jahr erleben. Der Schriftsteller Tendrjakow ist gestorben. Er, Leo, ist im selben Alter wie einst Jesus am Kreuz. Che Guevara war, als er erschossen wurde, sechs Jahre älter. Der im Kreml an die Macht gelangte Tschernenko ist ein todkranker Bremser, der allerletzte Hauch des Nachwinters.
Wozu sind wir überhaupt da? Leo vermutet, dass über uns weder ein Buch geschrieben, noch dass uns zu Ehren ein Denkmal errichtet wird.“

Juhani Seppovaara zeigt mit seinem Erinnerungsbuch über ein untergegangenes Land, was auch gemeint sein kann, wenn gesagt wird: „Es war nicht alles schlecht.“ Gut war es deshalb nämlich noch längst nicht. Diese Geschichten, die das Leben schrieb, können durchaus ein Beitrag zum Verständnis zwischen Ost und West sein. 

Die vorliegende Ausgabe folgt in ihrer Ausstattung der 2006 in Finnland erschienenen. Wegen seiner Gestaltung wurde es 2007 in Finnland als „schönstes Buch“ gekürt. Einem Teil der Auflage liegt eine DVD bei, die u. a. Aufnahmen von Befragungen junger DDR-Bürger durch das finnische Fernsehen enthält sowie Erich Honecker bei einer Elchjagd in Finnland und Musikaufnahmen der Gruppe „Herbst in Peking“ enthält.

Unter dem Himmel Ostberlins ist beim Berliner Verlag be.bra erschienen, mehr unterwww.bebraverlag.de.

Ueber Juhani Seppovaara
Er wurde 1947 in Helsinki geboren. Er arbeitete ein Vierteljahrhundert als Volkswirtschaftler bei der finnischen Zentralbank. 1980 lernte er auf einer internationalen Konferenz in Budapest den Kollegen Leo K. aus Ost-Berlin kennen und besuchte ihn regelmäßig. Ende der 1990er Jahre hängte Seppovaara seinen Job an den Nagel und wurde freier Fotograf und Autor. Inzwischen sind in Finnland 18 Bücher von ihm erschienen. Seine Fotos wurden bereits in Paris, Madrid, Berlin und St. Petersburg ausgestellt. Heute lebt er abwechselnd in Helsinki und Berlin.

Helge Timmerberg machte eine Reisepause und las Geschichten aus seinem neuen Buch - überraschend outete sich der bekannte Autor als talentierter Sänger und präsentierte zwei seiner Songs, zu hören rechts unter "Podcasts".

Zum Buch
Helge Timmerberg ist um die Welt gereist, in 80 Tagen und dabei, mit einigen Abweichungen, der Route efolgt, die wir von Jules Verne kennen. Er erzählt vom Alleinsein in der Stadt der Liebe (Venedig), von unheimlichen Begebenheiten im Nachtzug nach Brindisi, von einer Vollmondparty auf Kreta und einem perfekten Tag in Bombay. Er gibt Tipps «to talk to anybody», findet in Bangkok eine Schatzkarte und die verlorene Unschuld des Reisens wieder. Er erklärt, was Crack und Hegel verbindet und warum die «Chicago Bar» in Shanghai zu Recht sagenumwoben ist. Er erzählt von traditionellen Teezeremonien, wie er mit der schönen Lisa «Yesterday» singt und warum er sich trotzdem in Nicole Kidman verliebt. Er erzählt vom schönen und wilden Leben, von drei Tagen Paradies in Mexiko City, wo aus jeder Mauerritze Musik quillt, vom Kommunismus auf Kuba und schließlich von Berlin.

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Buchbox Berlin und dem Rowohlt Verag statt, weiteres unter www.rowohlt.de.

Über Helge Timmerberg
Er ist 1952 im hessischen Dorfitter geboren, trampte mit siebzehn zum ersten Mal nach Indien und entschloss sich im Himalaya, Journalist zu werden. Seitdem schreibt er Reise- und Abenteuerreportagen aus allen Teilen der Welt, unter anderem für «Tempo», «Stern», «Die Zeit», «Merian», «Playboy» und das SZ-Magazin. Nur Crewmitglieder der großen Fluglinien, sagt man, sind mehr unterwegs; all seine Versuche, sesshaft zu werden, schlugen bisher fehl. 2001 erschien «Tiger fressen keine Yogis. Stories von unterwegs», 2006 «Shiva Moon.

Nach dem Motto „Gemeinsam stark für Kinder!“ veranstaltete die BACKFABRIK LITERATUR STATION und der prignitz-pur Verlag Meyenburg gemeinsam mit der Künstlerin Angelika Mann („Die Lütte“) und dem Musiker Uwe Matschke (Piano) die Benefizlesung zur Buchpremiere Wunderbare Fahrten und Abenteuer der kleinen Dott. Die Eintrittsgelder wurden dem unabhängigen Verein Aktiv Verbund Berlin e.V. zur Unterstützung seiner wertvollen Arbeit gespendet. Der Verein vertritt in erster Linie die Interessen von Pflegekindern und ihren Pflegefamilien und setzt sich aktiv für die Förderung des Pflegekinderwesens ein. Für seine Arbeit erhielt er in diesem Jahr den Förderpreis für herausragende Arbeiten im Dienste von Pflegekindern von der Stiftung zum Wohl des Pflegekindes.

Zum Buch
Verzaubert in der Johannisnacht durch die Blüte der Rennefarre in ihrem Schuh und unsichtbar für die Menschen, bricht die kleine Dott zu ihrer Reise auf. Eine Reise voller Abenteuer, Gefahren und Geheimnissen. Eine Reise entlang an Havel und Spree, an Elbe und Oder bis ins Riesengebirge hinein, wo sie dem mächtigen Geist Rübezahl begegnet. An Dotts Seite sind ihre Freunde – die Tiere, deren Sprache sie versteht. 

Allen voran Gurian, der Fischreiher, auf dessen Rücken sie ihre Prignitzer Heimat verlässt. Dem Menschenkind gelingt die Befreiung Ardeas, im Spreewald trifft sie ihre Großmutter und muss erleben, wie Gurian der Kühne auf dem Reiherthing um seine Ehre kämpft. 
Dott selbst gerät in höchste Gefahr, als es ihrer einzigen Feindin Pica-Pica gelingt, sie zu rauben. In größter Not eilt Cornix, der Fürst der Nebelkrähen, ihr zur Hilfe. Mit ihm setzt sie auf der Suche nach einem wundersamen Mittel, das das gelähmte Schwesterchen retten kann, ihre Reise fort.

Dott lernt neue Gefährten kennen, reist durch die Vergangenheit, begegnet in Sanssouci dem Alten Fritz. Doch je näher sie dem Geheimnis ihrer Verwandlung kommt, desto unsicherer wird sie. Hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch nach Erlösung vom Zauber der Rennefarre und dem, bei Cornix und Gurian zu bleiben, ist es der ebenfalls verwunschene Junge Klaus, der Dott schließlich den Weg zurück zu ihren Eltern in die Prignitz weist.

Ueber die Autorin
Die deutsch russische Autorin Tamara Ramsay (€ 1985) hat ihr 1938 erstmals erschienenes und sehr erfolgreiches Kinderbuch als heimatkundliches Lesebuch geschrieben. Sagen, Naturkunde und Landesgeschichte hat sie mit den Abenteuern des verwunschenen Kindes zu einer märchenhaften Erzählung verdichtet. Es ist ein Buch für Kinder und für das Kind im Erwachsenen, für Literaturinteressierte, Historiker und Landschaftsliebhaber. Nach dem Krieg geriet die „kleine Dott“ in Vergessenheit, bis der prignitz-pur Verlag den Kinderbuchklassiker mit den originalen Zeichnungen von Tamara Ramsey in seiner Heimat wieder auflegte. Der zweite Band der Wunderbare Fahrten und Abenteuer der kleinen Dott ist November 2008 im prignitz-pur Verlag erscheinen.

Weitere Informationen unter www.prignitz-pur.de.

Als er seine Karriere begann, galt er bald als unangepasster Paradiesvogel: zahlreiche Piercings und Tätowierungen, ständig neue Haarfarben und Frisuren: Stefan Kretzschmar polarisierte, überzeugte aber auch sportlich. Zweimal wurde er zu Deutschlands Handballer des Jahres gewählt, mit dem SC Magdeburg gewann er die deutsche Meisterschaft, den EHF-Pokal und die Champions League. Auch nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn ist er die Galionsfigur des deutschen Handballs und als Sportdirektor in Magdeburg und Co-Kommentator bei Bundesliga und Länderspielen auf dem Bildschirm zu sehen.

In seiner Autobiografie Anders als erwartet erzählt Stefan Kretzschmar von seiner Kindheit und Jugend in der DDR. Durch seine Eltern, die beide Weltmeistertitel errungen hatten, mit der Begeisterung für Handball infiziert, durchläuft er das Sportförderungsprogramm und wird nach der Wende zum bekanntesten und besten deutschen Nationalspieler, der den Ost-Vorzeigeclub SC Magdeburg dem ruhmreichen West-Verein VfL Gummersbach vorzieht. Mit der Nationalmannschaft blieb ihm ein großer Titel verwehrt, mehrere zweite Plätze stehen für tragische Niederlagen in wichtigen Turnieren. Dennoch beschreibt er gerade die drei Olympiateilnahmen als Highlights seiner Laufbahn.

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Verlag Eichborn Berlin statt und wurde von dem mdr-Journalisten Jens Keller moderiert.

Ueber Stefan Kretzschmar
Er wurde 1973 in Leipzig in eine Handballerfamilie geboren und wuchs in Berlin auf. Seine Eltern waren beide Handballweltmeister, der Vater sogar als Spieler und Trainer. Nach ersten Erfolgen in Berliner Clubs wechselte er 1993 zum VfL Gummersbach und debütierte in der Nationalmannschaft. 1996 Wechsel zum SC Magdeburg, wo er bis zum Ende seiner aktiven Laufbahn 2007 spielte und unter anderem den Eurocup, Deutsche Meisterschaft, Champions League und die Klub-Europameisterschaft gewann. Seit 2007 ist er Kommentator der ARD mit Gerhard Delling bei Handball-WM und EM. Stefan Kretzschmar lebt in Magdeburg, wo er Sportdirektor des SC ist. 
Infos unter www.stefankretzschmar.de

Weil die Kritik nach seinem erfolgreichen Debut AnarchoSchnitzel schrieen sie (2006) einstimmig forderte: „Weiter so, Schmitt!“, verfasste Schmitt kurzerhand den Besten Roman aller Zeiten (erschienen bei Rowohlt Berlin).

Für Mick Rademann läuft es nur suboptimal. Er ist hoch verschuldet und mehrfacher Single, er hat eine frischgedruckte Visitenkarte mit der Aufschrift „Coach, Mediator & Dipl.-Entschleuniger“, aber leider keine Kunden. Unschlüssig steht er vor einem Frankfurter Nachtclub, da fällt ihm ein Mann vor die Füße. Der Mann heißt Dr. Hollenbach und hat angeblich einen sehr guten Roman geschrieben. Manche behaupten sogar, den besten überhaupt. Schnell beschließt Mick Rademann, in die Dienste des Gefallenen zu treten und Hollenbach zu coachen. Plötzlich scheint alles greifbar: Frauen und die große Freiheit, Glück, Glanz und Gloria. Gierig partizipiert Mick am Ruhm seines Arbeitgebers.

Doch alles kommt anders. Dass er schon bald mit dem erfolgreichsten Schriftsteller der Welt als Entführungsopfer in den Bergen Albaniens sitzen würde, das hätte sich Rademann nie träumen lassen. Und weil niemand bereit ist, für den Autor Hollenbach Lösegeld zu zahlen, verlangen die Kidnapper, dass er einen weiteren Bestseller schreibt, mit dem sie Millionen machen können. Rademann will die Situation entschleunigen, doch Cakuli, der albanische Porno- und Poesieverleger, wird ungeduldig. Und Hollenbach hat sowieso ganz andere Pläne…

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Buchhandlung buchbox berlin statt.

Ueber Oliver Maria Schmitt
Er ist 1966 in Heilbronn am Neckar geboren, war Sänger und Gitarrist der Punkband „Tiefschlag“, studierte Rhetorik und Kunstgeschichte in Tübingen und Leeds. Er war Chefredakteur des Satiremagazins „Titanic“, schrieb Musicals über das Bauhaus („FlachDachKrach!“) und die Broiler-Kette Wienerwald („I want to hold your Hendl“), Bücher über Dichter („Gute Güte, Göthe!“), über Deutschland („Hit me with your Klapperstock“) und die Neue Frankfurter Schule („Die schärfsten Kritiker der Elche“). 2006 legte er mit seinem Erzähldebut „AnarchoSchnitzel schrieen sie“ den weltweit ersten „Punkroman für die besseren Kreise“ vor.

Bibliographie
Gute Güte, Göthe, Haffmans Verlag 1999
Die schärfsten Kritiker der Elche, Alexander Fest Verlag 2001
Erotik Pur mit Flirt-Faktor, Fischer Verlag 2002 (mit Eckhard Henscheid) 
Hit me with your Klapperstock, Edition Tiamat 2005
AnarchoSchnitzel schrieen sie, Rowohlt Berlin 2006

Diskographie
AnarchoSchnitzel schrieen sie. Hörbuch, Argon 2006

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